Stellungnahmen aus der Konsultationsphase eingearbeitet â Regierungsvorlage zum EABG macht Ausbau von Erneuerbaren, Netzen und Speichern schneller, planbarer und rechtssicherer
Mit der Regierungsvorlage zum Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetz (EABG) bringt die Bundesregierung einen zentralen Baustein fĂŒr eine schnellere, sicherere und wirtschaftlich tragfĂ€hige Energiewende auf den Weg. Das Gesetz schafft einen neuen Rechtsrahmen, um Genehmigungsverfahren fĂŒr Energieanlagen grundlegend zu beschleunigen, BĂŒrokratie abzubauen und damit den Ausbau erneuerbarer Energien, der Netzinfrastruktur und von Speichern deutlich voranzutreiben.
Die Regierungsvorlage baut auf dem bereits begutachteten Entwurf auf. Stellungnahmen, die im Rahmen der Begutachtungsphase eingebracht wurden, wurden geprĂŒft und dort, wo erforderlich und zweckmĂ€Ăig, in den finalen Entwurf eingearbeitet. Damit wurde das Gesetz inhaltlich weiter geschĂ€rft und zugleich auf eine breitere, praxistaugliche Basis gestellt.
Das EABG ist ein zentrales Umsetzungsgesetz fĂŒr die Energiewende in Ăsterreich. Es trĂ€gt dazu bei, Ăsterreich unabhĂ€ngiger von fossilen Energieimporten zu machen, die Versorgungssicherheit zu stĂ€rken und die Grundlage fĂŒr leistbare Energie sowie einen wettbewerbsfĂ€higen Standort zu sichern. Gleichzeitig setzt es wesentliche unionsrechtliche Vorgaben um und schafft mehr Planungssicherheit fĂŒr Projektwerber, Behörden, Regionen und Gemeinden.
Tempo fĂŒr die Energiewende: Verfahren werden grundlegend vereinfacht
Kern des Gesetzes ist ein vollstĂ€ndig konzentriertes Genehmigungsverfahren nach dem Prinzip eines One-Stop-Shops. KĂŒnftig sollen Projekte im Bereich der erneuerbaren Energie nicht mehr durch eine Vielzahl unterschiedlicher Behörden und paralleler Verfahren ausgebremst werden. Stattdessen gilt: eine Behörde, ein Verfahren, ein Bescheid. Das reduziert KomplexitĂ€t, vermeidet Doppelgleisigkeiten und bringt einen erheblichen Zeitgewinn. Je nach Projektart können Verfahren damit um Monate bis hin zu mehreren Jahren verkĂŒrzt werden.
DarĂŒber hinaus enthĂ€lt das EABG zahlreiche weitere BeschleunigungsmaĂnahmen. Doppelte PrĂŒfungen, starre AblĂ€ufe und unnötige Wartezeiten werden reduziert. FĂŒr zahlreiche kleinere und standardisierte Projekte sind vereinfachte Verfahren, Anzeigeverfahren oder Genehmigungsfreistellungen vorgesehen. Dazu zĂ€hlen etwa bestimmte Photovoltaikanlagen auf GebĂ€uden, Agri-PV-Anlagen bis zu einer bestimmten GröĂe oder kleinere Speicherlösungen. Damit kommen Ausbauprojekte rascher in die Umsetzung und schneller ans Netz.
Ăberragendes öffentliches Interesse: klare PrioritĂ€t fĂŒr erneuerbare Energie
Ein weiterer zentraler Punkt ist die gesetzliche Verankerung erneuerbarer Energie als ĂŒberragendes öffentliches Interesse. Projekte wie Windparks, gröĂere Photovoltaikanlagen, Wasserkraftwerke, Speicher oder Netzinfrastruktur werden damit rechtlich klar als von besonderer Bedeutung fĂŒr das Gemeinwohl eingeordnet. Das schafft mehr Rechtssicherheit in AbwĂ€gungsentscheidungen und sorgt dafĂŒr, dass systemrelevante Projekte nicht an unverhĂ€ltnismĂ€Ăigen EinzelhĂŒrden scheitern.
Planungssicherheit fĂŒr Netze und mehr Resilienz durch heimische Energie
Ein zentraler Schwerpunkt des EABG liegt auf der Energieraumplanung und dem gezielten Ausbau der Infrastruktur. Mit der Möglichkeit, Trassenkorridore fĂŒr Stromleitungen auszuweisen, wird klar festgelegt, wo wichtige Netzinfrastruktur kĂŒnftig errichtet werden kann. Das vereinfacht Planungsprozesse, reduziert Nutzungskonflikte und schafft langfristige Planungssicherheit fĂŒr Projekte und Regionen. Gerade fĂŒr ein Energiesystem, das zunehmend auf erneuerbare Energiequellen setzt, ist ein leistungsfĂ€higer und rasch ausgebauter Netzverbund entscheidend. Nur so kann erzeugter Strom effizient transportiert und genutzt werden. Gleichzeitig stĂ€rkt das EABG die Resilienz des Energiesystems insgesamt. Durch den beschleunigten Ausbau heimischer erneuerbarer Energie, von Speichern und Netzen wird die AbhĂ€ngigkeit von fossilen Energieimporten reduziert und die PreisstabilitĂ€t erhöht. Damit leistet das Gesetz einen wesentlichen Beitrag zur Versorgungssicherheit.
Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer:
âIn keinem anderen Bereich ist zuletzt so viel weitergegangen wie in der Energiepolitik: Wir haben mit dem Billigstromgesetz, der Netzkostenbremse, dem Industriestrombonus und der Senkung der Ăkostromabgabe dafĂŒr gesorgt, dass Energie Anfang diesen Jahres vom Inflationstreiber zum InflationsdĂ€mpfer geworden ist. Diese Woche haben wir die Grundlage dafĂŒr gelegt, dass Ăsterreich und Ăsterreichs Wirtschaft besser durch diese Krise kommen als andere LĂ€nder. Jetzt gehen wir den nĂ€chsten Schritt: Mit dem EABG machen wir Ăsterreich unabhĂ€ngiger von teuren Importen, bringen mehr heimische erneuerbare Energie ins System und schaffen damit die Grundlage fĂŒr gĂŒnstigere Preise. Klar ist aber auch: Die Energiewende gelingt nur, wenn wir Verfahren beschleunigen, BĂŒrokratie abbauen und LĂ€nder, Gemeinden sowie BĂŒrgerinnen und BĂŒrger als Partner mitnehmen – und das tun wir mit diesem Gesetz.â
Energie-StaatssekretÀrin Elisabeth Zehetner:
âDie Entwicklungen auf den internationalen EnergiemĂ€rkten fĂŒhren uns eines sehr deutlich vor Augen: Energie ist lĂ€ngst mehr als eine Versorgungsfrage – sie ist Sicherheits- und Standortpolitik zugleich. Geopolitische Spannungen bringen MĂ€rkte ins Wanken, Preise steigen, Unsicherheiten nehmen zu. Umso wichtiger ist: Die Versorgungssicherheit in Ăsterreich ist stabil, wir sind vorbereitet. Aber genauso klar ist auch: Krisenfestigkeit entsteht nicht im Moment der Krise, sondern durch vorausschauende Politik. Genau hier setzen wir mit dem Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetz an. Wir zĂŒnden damit den Turbo fĂŒr die Energiewende mit schnelleren Verfahren, klaren ZustĂ€ndigkeiten und mehr Planungssicherheit. Denn wer heimische Energie ausbaut, stĂ€rkt unsere UnabhĂ€ngigkeit, erhöht die Versorgungssicherheit und schafft die Grundlage fĂŒr leistbare Energiepreise. Mehr Angebot, leistungsfĂ€higere Netze und zusĂ€tzliche Speicher senken langfristig die Kosten und stĂ€rken unseren Wirtschaftsstandort. Kurz gesagt: Das EABG ist nicht nur ein energiepolitisches Reformprojekt, sondern es ist auch ein Investitions- und Konjunkturimpuls fĂŒr Ăsterreich.â
StaatssekretÀrin Michaela Schmidt:
âĂsterreich macht sich unabhĂ€ngig: Mit einem schnellen Ausbau erneuerbarer Energien, klaren Zielen und konsequenter Umsetzung treiben wir die Energiewende gezielt voran. Gleichzeitig beschleunigen wir die Verfahren deutlich. So stĂ€rken wir unsere Versorgungssicherheit, stabilisieren die Preise und schĂŒtzen uns kĂŒnftig besser vor internationalen Krisen.â
NEOS-Energiesprecherin Karin Doppelbauer:
âDas Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetz ist unser Beschleuniger in der Energiewende. Wir brechen alte Strukturen auf und treiben den Ausbau und Umstieg der bis jetzt an jahrelangen Verfahren und blockierenden Strukturen scheitert. Wir beschleunigen Genehmigungen, schaffen klare Fristen, fĂŒhren das Prinzip âein Verfahren, ein Bescheidâ ein und ermöglichen mit Beschleunigungszonen eine deutlich schnellere Ausweisung und Umsetzung von Projekten. Gleichzeitig geben wir auch der Geothermie jenen verlĂ€sslichen Rechtsrahmen, der bisher gefehlt hat. Das Potenzial von Geothermie ist enorm, um die WĂ€rmewende zu schaffen und unsere AbhĂ€ngigkeit von fossiler Energie zu senken.
Besonders wichtig ist, dass kĂŒnftig auch die BundeslĂ€nder stĂ€rker in die Pflicht genommen werden: verbindliche Ausbauziele, die Ausweisung von Zonen und ein Korrekturmechanismus bei NichterfĂŒllung sorgen dafĂŒr, dass die Energiewende nicht lĂ€nger am fehlenden politischen Willen einzelner LĂ€nder scheitert. Das EABG ist damit ein zentrales Gesetz fĂŒr mehr Tempo beim Ausbau, mehr Versorgungssicherheit und mehr energiepolitische UnabhĂ€ngigkeit Ăsterreichs. Jede zusĂ€tzliche Kilowattstunde aus Wind, Wasser oder Sonne bedeutet weniger AbhĂ€ngigkeit von fossilen Importen und geopolitischen Krisenregionen. So sorgen wir dafĂŒr, dass nicht jede Krise, die irgendwo auf der Welt ausbricht, unmittelbar in unseren Geldtaschen zu spĂŒren ist.â
SPĂ-Energiesprecher Alois Schroll
âJede Kilowattstunde Strom, die wir selbst erzeugen, macht uns unabhĂ€ngiger, entlastet die Haushalte, stĂ€rkt die Unternehmen. Heute reden wir von 27 Terawattstunden Strom zusĂ€tzlich bis 2030. So kann und wird die Energiewende gelingenâ
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