Talkrunde zu Energiefragen und zu Wissenschaft und Forschung
Im Rahmen der Eröffnung des 75. Ăsterreichischen StĂ€dtetages in Leoben hat heute, Mittwoch, 10. Juni 2026 ein Talk zur Reformpartnerschaft, insbesondere zu Energiefragen stattgefunden. Dabei tauschten sich EnergiestaatssekretĂ€rin Elisabeth Zehetner, StĂ€dtebund-PrĂ€sident BĂŒrgermeister Michael Ludwig, Landeshauptmann-Stellvertreterin Manuela Khom und Gemeindebund-PrĂ€sident Johannes Pressl aus. Moderation: Philipp Hansa, Ă3
EnergiestaatssekretĂ€rin Elisabeth Zehetner betonte in ihrem Statement: âErneuerbare Energien dominieren mittlerweile unser System, wir brauchen hier einen völligen Umbau und mĂŒssen uns bezĂŒglich der EU-Vorgaben und der Kompetenzverteilung neu aufstellen.â Man solle laut Zehetner hinterfragen, âob wir immer Zweidrittel-Mehrheiten brauchen, um die richtigen Schrauben in unserem Energiesystem, unserer Lebensader, zu drehen.â Die StaatssekretĂ€rin erwartet groĂe Reformen: âEs geht darum, gemeinsam Schritte zu setzen, um die Versorgungssicherheit, unsere UnabhĂ€ngigkeit und die Leistbarkeit von Energie, nicht nur fĂŒr Haushalte, sondern auch fĂŒr die Industrie, zu sichern.â
StĂ€dtebund-PrĂ€sident BĂŒrgermeister Michael Ludwig erklĂ€rte: âFĂŒr StĂ€dte und Gemeinden ist es wichtig, dass bei strukturellen Reformen dahinterliegende Finanzierungsströme mitgedacht werden, nach dem Motto âGeld folgt Leistungâ. Zudem sollten die Reformen keine zusĂ€tzlichen Kosten oder administrative Belastungen fĂŒr StĂ€dte und Gemeinden zur Folge haben, im Gegenteil die Reformpartnerschaft soll finanziell entlastend wirken. Wir werden uns als StĂ€dtebund weiterhin aktiv in die Reformpartnerschaft einbringen.â
Gemeindebund-PrĂ€sident Johannes Pressl zeigte sich mit der Reformpartnerschaft zufrieden: âWir sitzen an Tischen, an denen wir sonst nicht sitzen. Wir haben die Möglichkeit, uns einzubringen, es ist ein heftiger Diskurs, aber es geht sehr viel weiter.â Den Beitrag der Gemeinden zur Energiewende sieht Pressl in der Standortverantwortung, aber auch in der Verantwortung, die Menschen zu begeistern: âWir mĂŒssen Infrastrukturen schaffen, aber den Menschen auch den ganz unmittelbaren Nutzen der erneuerbaren Energie vermitteln, dann werden sie mitgehen.â
Landeshauptmann-Stellvertreterin Manuela Khom erklĂ€rte, dass Reformen wichtig seien. âIch komme aus einer Generation, in der das Fax etwas Besonderes war. Wir brauchen immer mehr Energie, daher braucht es dringend Reformen auf diesem Wegâ, so Khom. Es sei eine Herausforderung, dass es so viele Netzanbieter in der Steiermark gebe. âDie groĂe Schwierigkeit sind die Energiepreise. Wir mĂŒssen schauen, wie wir uns selbst versorgen könnenâ, so Khom.
Im GesprĂ€ch âWissen schafft urbane Zukunftâ
Der Rektor der MontanuniversitĂ€t Leoben Peter Moser sprach mit Moderator Philipp Hansa ĂŒber aktuelle wissenschaftliche Themen. Das Motto: âWissen schafft urbane Zukunftâ.
Montanuni-Rektor Peter Moser antwortete auf die Frage, wie sich traditionelle FĂ€cher wie Bergbau oder Erdölgewinnung mit dem Thema Nachhaltigkeit als zentrales Leitmotiv der Montanuni Leoben vertragen, es sei wichtig, dass kritische Rohstoffe aus nachhaltigen Quellen kommen und leistbar zur VerfĂŒgung stehen. Es gehe darum, âwie unsere Industrie sicher mit Rohstoffen versorgt werden kann.â Zum Thema Erdöl und Erdgas gebe es âdie Herausforderung, Energieversorgung leistbar zu halten.â Saisonale WĂ€rmespeicher, Wasserspeicher, Tiefenbohrungen: All das technisch und wirtschaftlich erschlieĂen zu können, seien zentrale Themen an der MontanuniversitĂ€t.
Zur EURECA-PRO-Allianz, einer Vereinigung aus neun technischen und forschungsorientierten UniversitĂ€ten und Hochschulen aus acht LĂ€ndern sagte der Rektor: âDer zentrale Anspruch besteht darin, dass wir die Verantwortung fĂŒr Produktion und Konsum zusammenbringen.â Es sei zudem von zentraler Bedeutung, âdass wir nicht nur Produkte in die Gesellschaft bringen, die nachhaltig hergestellt werden, sondern die auch nachhaltig im Gebrauch sind.â
Morgiges Programm des 75. Ăsterreichischen StĂ€dtetages
Morgen, Donnerstag, 11. Mai 2026 ab 9:30 Uhr folgen vier inhaltliche Arbeitskreise zu folgenden Themen: Die Zukunft des Wohnens â leistbar, sozial und klimaresilient; Gemeindekooperationen â erfolgreiche Modelle fĂŒr StĂ€dte und Gemeinden; effizienter Energie- und Rohstoffeinsatz im Fokus der Kreislaufwirtschaft zur Erreichung der Klimaziele und Digitale Gewalt – analoge Folgen: HandlungsspielrĂ€ume und reale Verantwortung fĂŒr StĂ€dte und Gemeinden.
Mehr Informationen zu den Arbeitskreisen:
https://www.staedtetag.at/arbeitskreise/
Am Nachmittag finden ab 14:30 Uhr ein Fachvortrag, Fachexkursionen und Fachbesichtigungen statt.
Am Freitag, 12. Juni wurden fĂŒr Besucher:innen neun attraktive Rahmenprogramme in und um Leoben organisiert.
Mehr Informationen ĂŒber den Ăsterreichischen StĂ€dtebund und das detaillierte Programm des 75. Ăsterreichischen StĂ€dtetages in Leoben finden Sie unter www.staedtebund.gv.at und www.staedtetag.at
Den Livestream der gesamten Veranstaltung und Videos zum Nachschauen finden Sie unter www.staedtetag.at/livestream
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